Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Neuer Antisemitismusbeauftragter mit siebenbürgischen Wurzeln

Dr. Felix Klein

Dr. Felix Klein, © AA

02.05.2018 - Artikel

Am 2. Mai tritt der neue Beauftragte für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen den Antisemitismus seinen Dienst an. Die Familie von Felix Klein stammt aus Siebenbürgen.

Felix Klein ist der erste Beauftragte der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen den Antisemitismus – keine ganz leichte Aufgabe. Aber auch keine ganz neue Aufgabe für Klein: Zuvor war er bereits Sonderbeauftragter im Auswärtigen Amt für die Beziehungen zu jüdischen Organisationen, Antisemitismus und Antiziganismus. Während Klein dort eine reine Außenfunktion innehatte, wird seine Tätigkeit nun auch nach innen ausgeweitet: Die größte Herausforderung seines neuen Jobs bestehe darin, so Klein, den Antisemitismus in der Mitte der Gesellschaft zu bekämpfen.

Was viele nicht wissen: Klein hat eine besonders enge Beziehung zu Rumänien, er stammt aus einer prominenten siebenbürgischen Familie. Sein Großvater Fritz Klein kam 1922 aus Hermannstadt nach Berlin. Als Chefredakteur der Deutschen Allgemeinen Zeitung wurde er einer der prägenden Journalisten der Weimarer Republik, bevor er 1933 wegen kritischer Artikel zu Hitlers Außenpolitik entlassen wurde und später bei einem mysteriösen Reitunfall zu Tode kam. Sein fünfjähriger Sohn, Kleins Vater, wurde zurück zu den Großeltern nach Hermannstadt geschickt, wo er das Brukenthal-Gymnasium besuchte und später als Geiger im Philharmonischen Orchester spielte. Als 25jähriger wanderte er schließlich nach Ostberlin und später Darmstadt aus, wo Felix Klein geboren wurde.

Das Siebenbürgische sei in seinem Elternhaus sehr präsent gewesen, so Klein: Das Wohnzimmer war mit siebenbürgischer Keramik und Kunstgewerbe geschmückt, die Familie reiste regelmäßig nach Rumänien. Als Kind beeindruckte Klein vor allem, „dass man aus Deutschland so unendlich weit mit dem Auto fuhr und dann plötzlich an einen Ort kam, an dem alle deutsch sprachen und viele Verwandte von uns wohnten!“ Tatsächlich sind viele siebenbürgische Namensvettern des Antisemitismusbeauftragten direkt mit ihm verwandt: Zum Beispiel Christoph Klein, ehemaliger Bischof der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien, die preisgekrönte Übersetzerin Hermine Pilder-Klein oder der nach Österreich ausgewanderte Germanist und Historiker Karl Kurt Klein.

Besonders gut gefallen hat Klein schon immer, dass in Siebenbürgen verschiedene Kulturen nebeneinander und miteinander leben – ein Beispiel dafür seien die Roma-Kapellen, die auf den Hochzeiten aller Volksgruppen spielten und bei allen sehr beliebt seien. „Auch mein Vater hat damals als Geiger oft in solchen Kapellen gespielt“, so Klein. Von diesem friedlichen Miteinander habe er viel gelernt, auch für seine jetzige Aufgabe. Und obwohl sein letzter Besuch in Hermannstadt nun schon ein paar Jahre zurückliegt, sagt Klein: „Rumänien lässt einen nicht los!“